Jan 24 2010

Here I am. On the road again…

Tag: Allgemeinadmin @ 05:36

Metallica – tolle Zeiten, tolle Musik und ich hab nach Jahren der Abstinenz und einem flüchtigen Reinhören in “Death Magnetic” wieder einmal die alten Scheiben rausgekramt und staune wie sehr diese Typen doch den Rock und Metal geprägt haben. “Some Kind Of Monster” deren Doku war irgendwie halblangweilig und sehr demontierend und irgendwie mag ich seitdem Lars Ulrich noch weniger, aber egal.
Mit den Beatles z.B. kann ich nicht viel anfangen, The Who – aber gerne, Kenny Loggins und 80er Jahre Vokuhila oder Bartmusik (ZZ-Top) – her damit — ich merke ich schweife ab.

Ich schweife ab, weil ich Zeit dafür habe, seit Freitag sind alle Prüfungen geschafft und 4 von 5 definitiv bestanden – was mich glücklich und locker stimmt. Im Moment mache ich mir Gedanken wo es hingehen soll – beruflich, nebenberuflich und überhaupt im Leben – klingt vielleicht philosophisch – ist es auch!

Ich denke Jobtechnisch passt irgendetwas zwischen Lehrer, Händeschüttler, Verkäufer, Manager, Schauspieler und Manager. Ich bringe z.B. gerne Dinge die mir eher weniger Spaß bereiten schnell zu Ende (aber immernoch überdurchschnittlich gut), ich bin also ein Finisher, hab ich bei einer sehr zeit- und nervenaufreibenden Präsentation in einer halb-deutschen, halb-chinesischen Gruppe gemerkt – wenn ich nicht da gewesen wäre, würden die Chinesen wahrscheinlich noch am Powerpointdesign der Folien herumwerkeln und die beiden Anderen hätten immernoch Partyerlebnisse auszutauschen. Ich weiß Eigenlob stinkt bekanntlich, aber das kann ich gut – überhaupt ich kann sehr gut, gerade da sein, wo ich bin. Heißt: wenn ich im Unterricht sitze – höre ich zu 95 % zu, wenn ich einen Film schaue bin ich zu 95 % im Film (außer schon 1000 mal gesehen oder größtmögliche weibliche Ablenkung bei unspannendem Film neben mir) und auch bei anderen Sachen – sogar beim schlafen.

Mit meditativer Konzentration und Ruhe werde ich nun Mitte Februar Hong-Kong anschauen, mir meine Zukunftspläne in Pastellfarben ausmalen und zu 100 % in China sein.


Jan 17 2010

China ist schön…

Tag: Allgemeinadmin @ 13:17

… wenn man kein Chinese ist.

Klingt jetzt total anprangernd, ist es auch, denn gestern hatte ich einige negative Erlebnisse in China, mit Chinesen. Ich will mal nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen-Glücksbärchiland Inhalte aus China bringen (die, das muss aber gesagt werden, eindeutig überwiegen).
In China ging voriges Jahre, eine junge Frau, dafür dass sie eine Pornoseite hostete (im Internet bereitstellt) lebenslänglich hinter schwedische Gardinen, was wiederum in einem Land passierte, in dem in jeder Tageszeitung Werbung für Prostituierte und “himmlische Massagen” erscheinen. Doppelmoral? Ja.

Es gibt in China viele Bettler, was traurig ist, man aber auch in deutschen Großstädten öfters sieht, ich schmeiße selten bis nie Geld in deren Hüte, Becher oder Gefäße, bei Musik oder kleinen Kindern werde ich aber oft weich. Ich bin ja auch schon einmal tricktechnisch um 2 Euro ärmer gemacht worden und trotz aller Verhandlungskunst, auch in chinesischer Sprache, glaube ich nicht, dass hier auch nur ein einziger Verkäufer durch mich ärmer geworden ist.

Komische Geschichten passieren mir meistens beim Warten. Einmal stand ich in der U-Bahnstation und schaute den Extra-3-Podcast (um wenigstens satirisch aufbereitete Nachrichten aus meinem Herkunftsland anzuschauen), als eine Frau neben mir offensichtlich Kontakt mit mir aufnehmen möchte. Ich bekomme auf Chinesisch erklärt sie stamme aus Nanjing und man habe ihr Geld gestohlen. Ich sehe ein trauriges Gesicht, höre die Geschichte und bekomme als Beweis die kaputte Tasche vor die Nase gehalten (scheinbar aufgeschnitten). Ich gebe 20 Yuan (2 Euro) und werde um mehr angebettelt, den die nebenstehende Freundin muss ja auch wieder heim. Ich brodele und schicke das Pärchen weg. Warum wird der Ausländer angesprochen? Gibt es in China keine Polizei, der man diesen Vorfall melden könnte (vom Chinesinnenstandpunkt)? Klar gibt es letzteres, fiel mir aber auch erst danach ein und beide Fragestellungen hätten mir geholfen zu erkennen – das ich verarscht wurde, meine Blutdruck war also zurecht hoch.
Gestern dann, wieder wartend, aus einer U-Bahnstation, musikhörenderweise herausgeschlendert und ich werde von einer jungen traurig dreinschauenden Chinesin wieder auf Chinesisch angesprochen. Sie und ihre Freundin kommen gerade von der Arbeit (22 Uhr irgendwas) und haben kein Geld und sind sehr hungrig – sie sehen traurig aus. Ich erzähle ich habe kein Geld (stimmt nicht, aber ich hatte nur großes Geld einstecken), es wird mir erklärt ich können ihnen auch gerne etwas zu Essen kaufen oder sie würden es mit Kleingeld selbst tun. Mit den Blicken und dem ich-darf-mit-Essen-helfen hatten sie mich. Auf zum nächsten Straßenstand, dort gab es nichts zu essen – ich orderte mir aber ein Bier um einen Hunderterschein kleinzumachen. Ich gebe 20 Yuan, das sollte für beide für ein akzeotables chinesisches Essen reichen… Was passiert? Richtig! Ich werde um mehr angebettelt, denn die ganze Familie hat ja nichts zu essen. Man kann beinah Rauch aus meinen Ohren sehen, ich werde unfreundlich und sage sie sollen verschwinden. Musikhörend, biertrinkend, wartend und kopfschüttelnd stehe ich vor dem Eingang eines großen Kaufhauses. Eine Truppe junger Männer kommt aus dem KFC (Kentucky Fried Chicken) und einer kämpft mit der Schwerkraft und der sich wirr windenden Realität um ihn herum – er verliert den Kampf und seinen Mageninhalt – mehrmals – drumherum lachende und stützende Freunde (nicht das erste Schauspiel dieser Art dem ich beiwohnen durfte). Neben mir taucht ein gutgekleideter (grauer Anzug, ordentliche Frisur, Uhr, Tasche, Schuhe) freundlich ausschauender Mann auf. Von Chinesisch auf Englisch wechselnd erklärt er mir er ist Geschäftsmann aus Nanjing, gibt mir seine Karte und bittet mich um Geld, er habe seine Geldbörse/Brieftasche/Geld verloren, als Pfand bliebe mir seine Karte und er würde mir auch seine Uhr dalassen, an der er schon herumfummelt und gerne möchte er mit dem Bus zurück in seine Heimatstadt. Ich erkläre im freundlich die Story mit den Mädels zuvor, erkläre ihm ich bin nicht in der Lage die Welt, noch alle hilfsbedürftigen Chinesen zu retten und mache ihm deutlich er möge jemanden anderen behelligen. Mein Puls stieg, ich bin wütend, verständnislos und ein bisschen traurig.

Später kommt Michel und eine chinesische Freundin, ich rege mich nochmals auf und relativ schnell wieder ab und bekomme von der Chinesin bestätigt das es sich bei allem mit Sicherheit um Betrüger gehandelt habe.

China ist schön, manchmal auch für Chinesen und manchmal sebst für mich nicht.


Jan 10 2010

Happy New Year!

Tag: Allgemeinadmin @ 09:23

Ein frohes neues Jahr allen Lesern. Ich melde mich mangels Zeit nur kurz…

Am Montag, Dienstag und Mittwoch stehen die Prüfungen in Chinesisch an und heute morgen bin ich mit einem steifen Hals aufgewacht – ganz toll! – Halswickel, auf-die-letzte-Minute-lernen und den Kopf nicht ohne Schmerzen drehen können (der neue natürliche Spickschutz). Ich habe meine Gedanken für kommende Blogbeiträge schonmal im Gehirn sortiert, werde diese aber erst nächste Woche zu Papier (nein! zu/in’s Internet) bringen.

Liebe Grüße an alle und auch an die Jungs von Blogspot.de (der Artikel wird vorbereitet und danke für die Aufnahme in die Blogroll)!


Dez 27 2009

X-mas, Christmas, Weihnachten und ich

Tag: Allgemeinadmin @ 04:05

Haha! Alles dasselbe? Nö – X-mas würde ich als den konsumgeschwängerten Geist der Weihnacht bezeichnen, Christmas den amerikanischen am 25. Dezember in die Socken (am Kamin) schauenden Geist der Weihnacht nennen und Weihnachten, den der auch bei uns in Shanghai kurz vorbeigeschaut hat – eine festliche Stimmung verbreitenden Weihrauch- und Rotkrautduftenden, gesprächigen und gemütlichen Geist der Weihnacht.

An Weihnachten trafen wir uns mit den Mädels, die auch in Zwickau studieren, um gemeinsam zu kochen (Rotkraut, Knödel, Jägersoße, Fleisch und Wein), zu trinken (mehr Wein, Cola-Vodka, Tequila und koreanischen Wein) und zu wichteln. Wichteln ist die fiese-Gnom-Version vom Weihnachtsmann – man beschenkt einen zufällig gewählten auf der Party anwesenden. Ein Glück – ich hatte den guten Fritz (seine Abenteuer in China kann man auf seinem Blog nachlesen: http://chinafritz.spaces.live.com) und da hat man doch verhältnismäßig leichtes Spiel (Merke! gleiches Geschlecht – macht Schenken einfacher) und es gab einen lustigen Reishut für ihn und einen USB-Verteiler in Form eines Oktopusses und der Hammer war dann: Fritz sammelt Hüte (Boar! Wie cool!) und umgekehrt hatte Fritz mich als zu-beschenkenden und es gab “Guitar Hero” für meinen “Nintendo DS”, ich hab mich ein bisschen so gefühlt, wie Weihnachten 96 (hüstel! genaues Datum unbekannt) als ich mein “Super Nintendo” bekam – danke Fritz!

Die weihnachtliche Stimmung kehrte mit dem Besuch eines deutschen Gottesdienstes in Shanghai ein (mit Krippenspiel – Kinder spielen die Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef klopfen an Türen und landen in der musikalischsten Stadt ever, den an jeder Tür an der sie klopfen wird gesungen, den Schlafplatz finden sie trotz Gesang in einem Stall – den Rest der Story sollte man kennen).

In der Nacht (12 Uhr Ortszeit) wurde dann noch mit der Familie in das heimatliche Dörfel geskypet – toll! Highlight war dann als die 2 Feierbanden Shanghai und Dörfel sich gegenseitig sehen wollten – total cool.

Die Feiertage verliefen ruhig und mit gutem Essen (Käse und Rotwein) dank unserer lieben frischkennengelernten Nachbarn aus Deutschland und gestern durfte ich noch die Familie meines liebsten Kumpels aus Kanada kennenlernen. Mir geht es gut (auch wenn ich nicht gelernt habe), ich blicke optimistisch (wie eigentlich immer) in das nächste Jahr. Grüße alle die das hier lesen ganz sehr und wünsche einen guten Rutsch, denn dank anstehendem Besuch, diversen Aufgaben und zwecks Zeitmangel werde ich erst im neuen Jahr wieder schreiben. Lasst es krachen – an Sylvester!


Dez 16 2009

pa.de-Review: Katatonia – Night Is The New Day

Tag: Allgemeinadmin @ 12:33

Katatonia – Night Is The New Day

Label: Peaceville Records
VÖ: 06.11.2009

Tracklist:
01. Forsaker
02. The Longest Year
03. Idle Blood
04. Onward Into Battle
05. Liberation
06. The Promise Of Deceit
07. Nephilim
08. New Night
09. Inheritance
10. Day And Then The Shade

Spielzeit: 48:33 min.

Voriges Jahr um diese Zeit, eigentlich kurz nach Weihnachen, habe ich das Review zu “Misery Signals – Controller” geschrieben und dieses für mich zum Album des Jahres 2008 erkoren. Dieses Jahr ist es ein Doom / Depressiv Rock / Dark Metal Album (eigentlich ist auch egal wie man das Pferd nennt) geworden. Katatonia liebe ich ganz besonders seit ihrem “Tonight’s Decision” Album. “Katatonia” machen Musik für regnerisch-kalte Herbstage, verschneit-eisige Winternächte oder Momente tiefster Melancholie.
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich kann mir nicht den ganzen Tag Deathcore um die Ohren ballern und “Katatonia” bieten die Musik für einsame Stunden, um die Gedanken schweifen zu lassen und neue Kraft zu schöpfen.

“Night Is The New Day” setzt logisch das letzte Studioalbum “The Great Cold Distance” fort und ist diesem ebenbürtig, denn Perfektion kann man nicht übertreffen, wenn auch der neueste Output noch klarer produziert ist und ein paar mehr Einspieler beherrbergt. Seit Jonas Renske nur noch singt (und er meint in dies in diesem Album mehr als sonst zu tun) ist Katatonias Musik einfach nur einzigartig, wenn ich beschreiben sollte wie Katatonia klingt dann würde ich sagen: “So wie wenn man allein in einem abgedunkelten gemütlichen Raum liegt, sich einsam und doch wohl fühlt und sich aus der Dunkelheit langsam eine schwarze, angenehm dicke Decke um den Körper schmiegt (was dann Herrn Renskes Stimme ist).” und doch gibt das nur meinen Eindruck wieder. “Night Is The New Day” ist zutiefst melancholische Musik aus der man Kraft schöpfen kann, die aber nicht depressiv stimmt. Der Opener “Forsaker” ballert zwar 20 Sekunden los, doch gleich darauf folgt die Bremse und die Atmosphäre macht sich mit den Keyboardklängen und der Stimme breit. Überhaupt sind alle Songs im ruhigen Tempo gehalten, nur ab und an steigert man sich in’s Midtempo. Es fällt mir sehr schwer einen Anspieltipp zu geben, dennoch ist es für mich “The Promise Of Deceit” der direkte Nachfolger meines Lieblingsliedes “Soil’s Song” (welchen ich auf meiner Beerdigung hören möchte – welche hoffentlich noch weit vor mir liegt) und schon mit den ersten Takten bekomme ich Gänsehaut. “Night Is The New Day” ist die Referenz für ein Genre – eigentlich für ein Gefühl – für Melancholie und keine Band kann das besser als Katatonia. Schwedische Musik für besondere Momente, was “Raised Fist” für mich (seit kurzem) im Hardcore sind, sind “Katatonia”, mit diesem Album einmal mehr, für Downtempo Musik. Bestes Album 2009! (Das Album am besten, wenn noch nicht im Schrank, zusammen mit “The Great Cold Distance” kaufen.)

Punkte: 10 / 10

Disco:
2009 – Night Is The New Day
2007 – Live Consternation
2006 – July (EP)
2006 – Deliberation (EP)
2006 – The Great Cold Distance
2006 – My Twin (EP)
2005 – The Black Sessions (Boxset with DVD)
2004 – Brave Yesterdays (Boxset)
2003 – Viva Emptiness
2001 – Tonight’s Music (EP)
2001 – Last Fair Deal Gone Down
2001 – Teargas (EP)
1999 – Tonight’s Decision
1998 – Discouraged Ones
1997 – Saw You Drown (EP)
1997 – Sounds Of Decay (EP)
1996 – Brave Murder Day
1996 – Scarlet Heavens (Split LP)
1995 – For Funerals To Come (EP)
1993 – Dance Of December Souls
1993 – Jhva Elohim Meth (The Revival) (EP)

Internet: Katatonia Homepage


Dez 13 2009

Wir sind so international wie Elton John schwul ist.

Tag: Allgemeinadmin @ 08:18

Im Ernst! Man feiert im Ausland eine Weihnachtsparty mit Menschen aus China (natürlich), Deutschland (auch klar), Kanada, Australien (die nächsten beiden Lieblingsländer von mir – kommen ausschließlich coole Leute her), Korea, Japan, Indonesien, von den Philippinen, Schottland und und und. Gesprochen wird dann ein Sprachwirrwarr aus größtenteils Englisch mit eingestreuten chinesischen Fachwörtern, manchmal deutsch und den Rest hört man auch mal raus. Es gibt ja Menschen die sind von Geburt an international – da haben die Eltern zum Beispiel entschieden, bei jeder Geburt eines Kindes, in ein anderes Land zu reisen und dort zu leben. Manche sind so international wie ich: “Ich war schonmal in der Tschechei.” (quasi bin ich über den Dorfbach gesprungen) und doch schlage ich mich hier ganz gut – vielleicht weil mein Heimatdorf ein Miniaturabbild der Welt ist. Es gibt die Besserwisser, die Lokalpatrioten, die dicken Freunde (nicht im physischen Sinne), ganze Familien denen man sich angehörig gefühlt, Banden und Liebeleien – findet man hier, auf der Welt und in Rittersgrün.

Zu den besuchten Reiseorten darf seit Freitag noch Nanjing hinzugeschrieben und abgehakt werden und ich halte nicht hinter dem Berg – es gab dort für uns alle – Hund. Jeder “sag-mal-was-auf-chinesisch-Sager” erwartet und weiß doch (tief im innersten) das man in China und den dazugehörigen China-Restaurants dauernd Hundefleisch vorgesetzt bekommt – was natürlich nicht stimmt. In Shanghai ist es relativ schwierig “ausgefallenes” Essen zu bekommen und damit meine ich nicht Schokolade-mit-Chillizusatz-ausgefallen, sondern Insekten oder Skorpione, Schlangen, meinetwegen auch Hundefleisch. Unweit der Wohnung unserer Freunde in Nanjing befindet sich ein Restaurant welches diese Spezialität anbietet. Nach 10 min. steht dann ein großer, brodelnder und nett anzusehender Kochtopf auf der Drehtafel auf dem Tisch und man bedient sich am scharfen Hund. Hundefleisch schmeckt wie extrem zartes Wild und wird leider, wie so vieles in China mitsamt der Knochen im Fleisch serviert – definitiv eine Erfahrung – muss man aber nicht unbedingt wiederholen – kann man aber.

In China glaubt einem niemand, wenn man Mitte 25 ist, dass man ü 10 Freundinnen hatte (die wirkliche Zahl verberge ich mal) und man soll mit 18 auch, um Gottes Willen, keine Kondome benutzen (vielleicht besser ohne?) und um den Bogen zum Titel zu bekommen – Schwule sind auch nicht “normal” (aus chinesischer Perspektive), ich hab auch gehört das man verwundert ist, dass dunkelhäutige Menschen nicht abfärben – all das sage ich um mal ein paar Zahlen einzubauen und der Überschrift nicht-vorhanden-Tiefe zu verleihen.

Bald kommt dann auch der Mann in Rot, womit ich nicht den “Power Ranger” meine – der hat eh nen kleineren Sack und muss auch nicht die ganze Welt beliefern, sondern den Weihnachtsmaus aka Santa Claus aka Väterchen Frost aka Nic(/k)olaus aka Mann-in-Coca-Cola-Werbefarben (danke Herr Rödel!). Wir haben diesen Typen (ganz international) durch uns ersetzt und wichteln durch die Gegend – ich freu mich!

Ich wünsche mir Schnee und ganz gerne den 24.Dezember im hoffentlich verschneiten Erzgebirge, was ich mir nicht erfüllen kann, aber ich wünsche allen ein frohes und glückliches Weihnachtsfest…

… und damit am Ende meiner Rede geklatscht wird sag ich und wünsche mir noch, wie die Models bei “Miss Undercover”: “Weltfrieden!” – Ernsthaft – habt euch wenigstens einen Tag im Jahr mal alle lieb!


Dez 06 2009

Na? In die Stiefel geschaut?

Tag: Allgemeinadmin @ 12:58

Ich hab überhaupt keine Stiefel mit in China und in Deutschland besitze ich auch nur noch die der Bundeswehr und wenn ich nicht eine Onlinenachricht bekommen hätte (Danke! Mum II), hätte ich nicht wirklich erfahren das heute der Tag ist, an dem der bärtige Mann, in Chinas und meiner Lieblingsfarbe, stinkende Fußkleider mit Süßigkeiten füllt. Ich erinnere mich da auch, ich habe mal mit meiner Schwester die Schuhe meines Vaters mit einer Flasche aus seinem Bierkasten gefüllt – Kreativität war noch nie meine Schwäche.

Gestern ist dann der einwöchige Besuch aus Deutschland abgereist (es war mega: Ditz, Heffi und Seidel) und jetzt kehren wieder alkoholärmere Zeiten an. So ziemlich jede Sehenswürdigkeit aus so ziemlich jedem Reiseführer ist von uns erfolgreich besichtigt worden. In der Universität kehrt ein Wenig Unlust ein, denn irgendwie brauchen alle mal Urlaub und Abwechslung vom Alltag.

Ich bin ja nicht so der Clubgänger – ich liebe Homeparties – leisere Musik, die Möglichkeit intensive Gespräche zu führen und ein früherer Beginn mit einem späten Ende, wurde dieses Wochenende gut genutzt.

Ich schau jetzt mal noch nen Film – empfehle als zweitdepressivstimmendsten Film, das neue Machwerk von “Lars Von Trier” – “Antichrist” und dann schau ich nochmal in die Schuhe.

Machts gut und inspiziert eure Fußkleider…


Nov 24 2009

Damit mal wieder was gesagt wird!

Tag: Allgemeinadmin @ 08:15

Hurra ich lebe noch! Eine Zwischenprüfung steht noch bevor – am Donnerstag – und ich fürchte mich, denn die anderen Resultate waren auch nur knapp bestanden und das ist der schwerste Kurs – die Chinesen waren doch etwas zu optimistisch mich in den höchsten Elementarykurs zu stecken. Mein mündliches Chinesisch verbessert sich aber stetig.

In Chinas U-Bahnen kann man ja viel machen – schlafen, Zeitungen lesen, schlafen, laut telefonieren, essen, schlafen, drängeln, auf das Handy starren (egal wie alt man ist) und schnell weggucken wenn ältere Menschen die Szenerie betreten – damit man den Sitzplatz nicht freiräumen muss. Ich höre meistens Musik oder lerne hübsche Mädchen kennen – man brauch nur irgendwelche halbchinesische Zeitungen lesen (also Zeichen suchen – die man entweder lesen oder verstehen kann), die man vorher versehentlich von Krankenhausmitareitern in die Hand gedrückt bekommen hat (als Ausländer) und die dabei immer lustig kichern – macht Spaß.

In Peking habe ich mir so ein Münzteil gekauft, mit Federn, das man dann so ähnlich wie einen Federball mit dem Fuß hin- und herschießt. Macht unglaublich Spaß für einen Euro und man sieht dabei immer total sportlich aus, weil es motorisch höchst anspruchsvoll ist (das Ding ist klein, der Fuß muss relativ weit hoch und dann sollte man auch noch zum Gegenüber zurückspielen). So gebar sich eine weitere sportliche Freizeitbeschäftigung neben “WuShu” und “TaiChi”. Apropos Kung-Fu – mein Lehrer lädt mich ein mit ihm nach Shaolin zu gehen und für das nächste Semester ist ein längerer Ausflug mit Turnier und eventuellem Studium in Shaolin geplant.

Freudige Nachrichten:

“—- Björn studiert 2 Semester —- Stop —– macht sein Praktikum im 8. Semester in China —- Stop —- wird eventuell nebenbei als Englischlehrer für Kiddies von 4 – 6 Jahren arbeiten —- Stop —- hat hier noch keine feste Freundin (falls das jemanden interessiert) —- Stop —- wahrscheinlich schon längst die Höchstzeichenzahl von Telegrammen erreicht — Stop —-”

Die Bauarbeiten der EXPO schreiten unaufhörlich voran und meine coole Jeans ist beim fast-Spagat ein wenig im Schritt aufgerissen. Die Great-Firewall-Of-China nervt mich mittlerweile doch sehr und ich wünschte Kaffee würde rein wirkungstechnisch hier ähnlich funktionieren wie zu Hause.

Am Wochenende waren wir japanischen Hotpot essen – ist eine teurere Version des chinesischen – mit anderem Dipp (anstelle von Erdnuss-scharf, gibt es Sojawein mit Karotten, Rettich, Knoblauch und Zitrone), dann in einem Club der gefüllt war mit Leuten die auch gern die Bösewichte in Jackie Chan oder Chow Yun Fat Filmen spielen hätten können. Dann gab es einen sehr günstigen Barabend (im “Windows Scoreboard”) in meiner Liebelingsbar (die spielen Rock/Metal und die Drinks kosten 1 – 3 Euro), man kann sich dort gut unterhalten und chinesische Zeichenschreibspiele spielen und die dann von der Bedienung korregieren lassen. Nach der Bar ging es nach Hause (gegen 11 Uhr) und wir entschlossen uns mit den Essenfrauen vor unserem Compound zu quatschen, ein Bier zu trinken und unter anderem Dinge zu hören, die sehr rassistisch waren (viele Chinesen mögen keine Dunkelhäutigen) und wir lernten 2 Securities der EXPO kennen, wobei uns einer zu frisch gegrillten Pilzen einlud – wir wollten uns mit einem Pils bedanken, der gute Mann trinkt aber nicht vor oder bei der Arbeit – vorbildlich und ähnlich vorbildlich verabschiede ich mich – bis zur nächsten Woche…


Nov 17 2009

Peking ist doch auch nur so ‘ne Stadt…

Tag: Allgemeinadmin @ 11:05

Peking ist das Zentrum der Macht, der politische Kernpunkt Chinas und der Ort des Treffens der DAAD-Stipendiaten (DAAD – Deutscher Akademischer Austausch Dienst) am vergangenen Wochenende. Budgetrestriktionen meinerseits hätten eine solch frühe Reise nicht zugelassen, so war es mir aber möglich, mit nahzu vollständig übernommenem Anreisekosten, Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung von seiten derer die mir schon die Studiengebühren in China erlassen, dorthin zu schaukeln und mich einmal umzusehen.

Peking ist auch nur so’ne Stadt in China – irgendwie nicht mit Shanghai vergleichbar, hier sind die Häuser höher, der Verkehr lauter, kleine Straßen chaotischer, Konsum ist verlockender und die Propaganda nicht allgegenwärtig.
Peking ist ruhiger, ordentlicher, politischer, vielleicht chinesischer und geordneter – das kann man sehen, wenn man eine Achse von Maos Bild durch verlängerte Stirn und Kinn durch die Stadt zieht – das kann man hören, denn es ist ruhiger und man kann es spüren, denn in einer an Wasserarmut leidenden Stadt wird etwa 50 mal im Jahr Wettergott gespielt (des Nächtens, denn wer will schon das es am Tag auf irgendwelche Sehenswürdigkeiten regnet).

4 Tage Peking sind ausreichend. Die Mauer muss man gesehen haben, da ging es mit Seilbahn rauf und mit der Sommerrodelbahn runter und der Abschnitt, den man eigentlich nicht begehen darf ist auch der Schönste (nein, wir wurden nicht von Tigern gefressen, nicht einmal angeknabbert) und wer kann denn schon Englisch oder Chinesisch? Auf der Mauer stehen sehr nette Menschen, die Bier und andere Getränke feilbieten und diese auf die Mauer geschleppt haben – einer dieser Menschen hat auch gleich das beste Gruppenfoto geknipst und ist für ein Bier, ganz viele Treppen auf- und abgerannt, was nicht nötig war (und nicht gewollt), aber superlieb. Man darf von einem Weltwunder in China standesgemäß mit einer Sommelrodelbahn Abschied nehmen und wird unten von Menschen in Kostümen empfangen die einen “töten” und das Foto kostet dann einen Euro – ist nur superschön, wenn man weiß das nichts (auf der Welt und auf der Mauer) umsonst ist. Der Lhama Tempel ist ein wunderhübscher Tempel mit einer gigantischen Buddhastatue und dem üblichen Tempeltünnef und dieser Tempel innehaftenden “magischen” Atmosphäre. Der Drumtower bietet eine guten Blick über die Stadt, der nur vom Kohlehügel getoppt werden kann. Die verbotene Stadt heißt bestimmt so, weil es fast immer darin verboten ist, die Gebäude zu betreten und die Tore sind bis zum Zweiten beeindruckend und imposant und dann verfängt man sich in einer Endlosschleife von Toren und Plätzen. Peking bietet Unmengen an Fakemärkten, hübschen Einkaufsstraßen, McDonalds und KFC’s (weil in Deutschland eher unbekannt: Kentucky Fried Chicken).

Das Treffen der DAAD Stipendiaten war gleichzeitig ein Wiedersehen mit vielen unserer Zwickauer Kommilitonen und mit Kulturprogramm und Vorträgen, bei welchen der von Frank Sieren (Autor, Auslandkorrespondent der Zeit) hervorzuheben war, ich hätte gern noch den ganzen Tag gelauscht. Es gab auch eine Frau, die mir dort überhaupt nicht zugesagt hat und über derer Gebahren lasse ich mich hier nicht aus, aber die Veranstaltung war gelungen, wenn ich mir auch als Selbstzahler (das ist der Name unseres Stipendiums, bei dem die Studiengebühren übernommen werden) wie ein Stpendiat zweiter Klasse vorkam (bin ich evtl. auch), aber als Kunstbanause möchte ich mich nicht betiteln oder betiteln lassen.

Gelungenes Wochenende das mitten in der Woche und im Studieralltag China endet und die Kälte haben wir auch von Peking mitgebracht und die Klimaanlage dient nun als Heizung, macht ihren Job aber eher schlecht als recht.
Jetzt werde ich mal wieder lernen, denn ich muss ja auch Prüfungen bestehen – Bologna sei Dank!!!


Nov 03 2009

Termine mit Chinesen und Friseurbesuche

Tag: Allgemeinadmin @ 11:32

In einem meiner Shanghaier Artikel schrieb ich von dem dubiosen Filmcasting, ich war ja auserwählt, jetzt schlag ich mal den Bogen zurück. Versprochen wurden (einer Freundin von mir) 1500 Yuen, was etwa 150 Euro entspricht, diese waren dann beim Casting nur noch 80 Euro für unbestimmt viele Filmtage (wir haben es nicht verstanden) – ist ja nicht soooo schlecht, wenn man dafür aber die Schule an einem oder zwei Tagen schwänzen muss, sind die Opportunitätskosten zu hoch.
Egal, nach dem ersten “Date” versprach man uns, nachdem man uns zweimal den Security Check des Vatikans (Schuhgröße, Name, Alter, Größe, Telefonnummer) durchlaufen ließ, nachdem wir noch einmal Fotos von uns per Mail schicken sollten (was wir taten), uns per Mail zu kontaktieren und den Drehtag zu besprechen. In der Mail mit den Fotos von uns stellten wir noch einmal konkrete Fragen (Wie lange? Wo? Wieviel Geld genau?) und der Spaß blieb natürlich unbeantwortet. Am Drehtag (2 Wochen darauf – ein Sonntag Morgen) klingelt mein Telefon, ich verwechsle die Stimme und den Namen (Wang/Wan) und halte die Frau für meine Lehrerin, die uns zur Vergnügunsparkbesichtigung an der entsprechenden Bahnstation einlädt. Hingefahren, gewartet, gefreut und nach 10 Telefonaten dämmerte es – das ist die Filmtante, woher sollte die denn auch plötzlich Michels Nummer haben und nicht ein Wort mehr Englisch sprechen!?! Wir schrieben eine nette Begründung warum wir nicht kommen und hörten bis auf ein paar mal klingelndes Handy – nichts mehr.
Wie hätte die Kommunikation funktionieren können? Vielleicht mit der Antwort auf die E-Mail? Mit einer funktionierenden Terminabsprache (deutlich und am besten Schriftlich) oder indem man serios auftritt und einen nicht eine Stunde im Bus verschleppt, dann in ein Taxi und jeder auch noch selbst bezahlt.
Heute dasselbe Spiel, ich komme vom Friseur – im nächsten Absatz mehr dazu – und mein Handy klingelt, der Kung-Fu-Lehrer vom Sonntag (der mit dem Tee und allem) er offerierte uns einen Intensivkurs (12 Einheiten a 2 Stunden) für insgesamt 88 Euro, was wir für zu teuer hielten, noch einmal überlegen wollten, Freunde fragen und sowieso erst auf die E-Mail von ihm warten – in der die Details geklärt werden und in der er sich meldet, um zu sagen wenn er den Kurs auf die Beine stellen kann. Dreimal dürft ihr raten was passiert ist! Genau – es war 17 Uhr, also wir hätten laut ihm eine Stunde zuvor im Dojo stehen sollen und trainieren – schön. Irgendwie hab ich jetzt überhupt keine Lust mehr dort zu trainieren, zumal mein Wushu-Kurs mich gut ausfüllt. Wenn ich jemandem sage ich schreibe ihm eine E-Mail dann tu ich das und ich bin auch meistens pünktlich (wieder eine der typisch deutschen Tugenden, die ich dankenswert annehme und mag), außer heute morgen, den wir vergaßen den Wecker zu stellen, aber das war zum ersten mal in 3 Monaten, dass ich 30 Minuten zu spät kam – schwänzen gibt es bei mir nicht. (artig, nicht wahr?)
Ach ja, ich war beim Friseur – todesmutig (nein, nennen wir es experimentierfreudig) begab ich mich mit schulterlangem Haar in den, von der Wohnung, nächstgelegenen Friseursalon (der hat ein lilanes Pinkdrehband vor der Tür stehen – heißt wahrscheinlich: “Friseur: ohne Happy End” (sollten ein paar Menschen verstehen), Massagen werden trotzdem angeboten).
Ich wollte meine Haare entweder extrem kurz – also fast Glatze, oder den Wolverine-Hairstyle (bitte googeln, falls man den Herrn “Wolverine” oder “Hugh Jackman” in seiner Paraderolle nicht kennt und von mir ganz doll gemocht werden will) – wobei zweiterer länger als extrem kurz ist, deshalb erst ausprobiert gehört. Ich war bewaffnet mit schulterlangem Haar, ein paar Friseurvokabeln, guter Laune und etwas Geld, wobei mein Limit bei 5 Euro lag.
Ich kam herein bekam eine minderhübsche Chinesin zugeteilt, die mir den Kopf massierte, eine Million Liter Schaum in die Haare massierte und wir smaltakten uns durch die anschließende Haarwäsche und Augenmassage – alles kein Ding (ich weiß jetzt auch was Augen schließen heißt).
Naja, danach bekam ich einen Chinesen zugeteilt – netter Typ und ich zeigte ihm auch das Foto von Wolverine – Antwort: “Kein Ding – bekommen wir hin.”. Er schnippelte an meinen Nackenhaaren herum und dann kam ein anderer Friseurchinese zur Unterstützung mit Lockenwicklern und einem der ihm ebenjene reicht – rennt ja allerhand Personal in so einem Friseursalon herum. Ich lächelte eine Chinesin mit Haaren in komischen Reagenzgläsern an und sie musste prusten – witzig. 20 Lockenwickler im Haar später, kam mein erster männlicher Friseur wieder und erzählte mir ich solle eine Karte kaufen (Wert 2000 Yuan) und kosten wird das gute Teil 560 Yuan und es kann jeder nutzen, alle meine Freunde und so. Fand ich nicht gut und wusste nicht warum ich das machen sollte, den die ausgeschriebenen Preise rangierten ja von 10 Yuan bis 50 Yuan – da könnte ich mir 1000 mal die Haare schneiden lassen und noch lebe ich nicht lebenslang hier. In Deutschland habe ich ja meine Friseuse (oder Friseurin oder Frisörin) des Vertrauens (ganz liebe Grüße Susan) und da klappt alles und ich bin total experimentierfreudig, was man mir desöfteren ansieht (die verschiedenen Frisuren) und noch nicht eine Frisur sah verboten aus. Zurück zur Karte – ich wollte die nicht kaufen, dann bringen die mir Lockengel, das ich kaufen soll – so ungefähr 50 Euro, dann ein billigeres 30 Euro, dann soll ich einen Preis eintippen – umzingelt von 5 Chinesen die mir versichern ich brauche diese Haaradditiva für die Wolverinefrisur – ziehe ich die Notbremse – ich erkläre ich will dann eben ganz ganz kurze Haare, wie ein Kung-Fu-Mönch. 3 Entschuldigungen und 2 leere Akkuhaarschneider später sitze ich hier und schreibe den Text.
Ich wünsche einen guten Wochenstart und überrasche Michel, wenn er dann zur Tür hereinschneit mit meiner neuen Frisur oder einem Kung-Fu-Tritt, vielleicht nehme ich diesmal aber doch gleich das erste, dann kommt es zu keinen Missverständnissen, aber auch zu keinen abenteuerlichen Erlebnissen.

Gezeichnet
Björn San


Nov 01 2009

Feenzauber, amerikanische Volksfeste und Braun im Regenbogen

Tag: Allgemeinadmin @ 13:41

Ich schlage mal einen Bogen zurück zu einem älteren Artikel von mir (und klatsch mir für das Wortspiel mal selbst auf die Schulter), darin ging es um die Duftwelt von Shanghai und deren regenbogener Färbung (inklusive Kackbraun), diese Woche erfuhr ich den Grund für den Leichen- / uralten Gammelfleischgeruch. “Chou Doufu” (stinkender Tofu) – heute auch gegessen – schmeckt wie Stinkerkäse mit knuspriger Hülle mit Sambal Olek – kann man essen – riechenswert ist es definitiv nicht, die Erklärung des Geruchs macht Shanghai jetzt noch schöner, weil keine Leichen oder Gammelfleischprodukte (übrigens auch neu im Duden) verkauft werden bzw. rumliegen.
Braun im Sinne der Gesinnung (nochmal Schulterklopf) war bestimmt auch der Mexikaner auf unserer Halloweenparty mit der Hitlermaske – mindestens jedoch politisch desinformiert oder desorientiert oder beides.
Halloween ist ja ein amerikanisches Volksfest und wird in Deutschland und in China nicht zelebriert, also bis auf Disko- oder Mottoparties. Hier haben wir beschlossen an einer Halloweenparty teilzunehmen, in einem Hotel am Shanghaier People Square im 64. Stockwerk mit Rundumblick auf die Skyline, für 10 Euro All-You-Can-Drink und geschmissen von Studenten von den Philippinen und aus Japan.
Michel und ich gingen als Feen (ganz in Rosa) mit Zauberstab (nein, so einen mit einem Stern drauf), Federboa, Hawaiirock und Strümpfen plus angeklebten Pornobalken (Schnauzbart für Jugendslangvermeider). Im Endeffeckt sahen wir aus wie 2 männliche, mexikanische Bewerber auf den Job als Pirat, die aber dann in die Travestie/Wünscheerfüllabteilung versetzt worden sind – quasi supercool.
An dem Abend merkten wir schnell, dass dieser Abend unser Abend sein wird (viele Abende in einem Satz – so hat sich die Party im Nachhinein auch angefühlt), denn auch in der zufälligen “How I Met Your Mother” Folge war Halloween das Thema. DAS Thema waren wir dann auch in ganz Shanghai, denn wir beschlossen mit der U-Bahn zur Party zu fahren und in der am stärksten frequentierten Station Shanghais auszusteigen, nicht weil wir das unbedingt wollten, sonder weil es der ökonomischste, günstigste, schnellste und witzigste Weg zur Party war.
In der U-Bahn befanden wir uns in einem Blick und Fotogefecht wieder, das Shanghai und China noch nicht gesehen hat. Jeder der ein Handy sein Eigen nannte, zückte ebenjenes und fotografierte die Feen, ganz Mutige fotografierten sich sogar mit uns. Am People Square war dann die Hölle los, alle wollten sich mit uns fotografieren – unglaublich – 2 Leute im Schlepptau ging es dann auf zur Party, nicht ohne Vorher noch in der Hotellobby (5-Sterne-Hotel) für heitere Stimmung zu sorgen.
Die Party war der Hammer, in anderen Teilen der Welt würde man allein für die Aussicht 100 Euro bezahlen. Es gab dutzende hübsche verkleidete Mädels, betrunkene Asiaten, witzige Kostüme und Stimmung en masse. Unvergesslich.
Gestern dann noch eine Kung-Fu-Show, die sich aber als Einzelgespräch mit dem Lehrer entpuppte und in der ich einen Handstand auf Fäusten auf Steinplatten machte und wir 2 Stunden sehr angeregt über Kampfkünste und -sport sprachen und nebenbei Tee in einem wundervollen Ambiente genossen.
Im Moment denke ich über eine Karriere als Lehrer nach, ein Talent wurde mir desöfteren zugesprochen, nur weiß ich noch nicht für was… (aber ganz wahrscheinlich in Shanghai) Kindergärtner (große Gruppe) würde auch gehen oder PR für eine Klamotten- oder Lifestylefirma. Vorschläge, Angebote etc. bitte an mich!
Zum bloggen komme ich leider nicht soooooo oft, ich versuche aber wöchentlich einen längeren Text wie diesen zu bringen, denn bald sind auch Zwischenprüfungen und in China heißt das Auswendiglernen, was ich überhaupt nicht mag – aber da muss ich durch.

Liebe Grüße
eure Teilzeitfee Björn


Okt 18 2009

Chinesischer Hardcore, Ganoven und Ausstellungen

Tag: Allgemeinadmin @ 04:18

Versprochenerweise starte ich mal mit der Ganovengeschichte.
Es ist in China nicht unüblich, wenn man als Ausländer (Lao Wei = alter Ausländer) einen um etwa 400 % erhöhten Preis auf bestimmte Produkte angeboten bekommt, z.B. bei Watch, Bag, DVDs und iPhones, aber auch an manchen Straßenimbissen, da kann der Biss (tolles Wortspiel) schonmal das doppelte von dem nebenstehendem am Stäbchen kanabbernden Chinesen betragen. Wenn man also weiß, das eine DVD 5 Kuai (50 cent) kostet und man wieder einmal bei 40 Kuai beginnen muss, kann einen das etwas anstinken – tut es aber bei mir nicht und Ganoven sind es deshalb auch noch nicht. Ganovischer ist da schon, dass man von etwa 18 Jährigen P.I.M.P.s (bitte im Internetlexikon nachschlagen) angesprochen wird, die einen in zwielichtige Lokale verschleppen, in denen man übrigens immer Karaoke singen kann und man dann nur unter 1000 maliger Wiederholung der Phrase “Bu Yao” (will nicht) das entsprechende Lokal wieder verlassen, aber auch nur, wenn man dann auch noch, auf einmal “kostenlose” Diense ablehnt. Nein Ganoven sind anders – subtiler. Nach dem Suzhou-Trip genehmigten wir uns noch ein leckeres Straßenessen und Bier hat dazu prima gepasst – gesagt – gegangen. Am Nebenstand für 8 Kuai, 2 Flaschen Bier erworben und mit einem 50 Kuai Schein bezahlt – jetzt geht’s los. Ich bekomme gezählte 42 Kuai in kleinen Scheinen (1er und 5er) zurück, zähle noch einmal selbst und es passt, die nebenstehende (offenbar dazugehörige) ältere nette Frau, nimmt freundlicherweise das Geld noch einmal und zählt diese 42 Kuai in dieser sehr fingerfertigen chinesischen Weise (die Scheine halb gefaltet) noch einmal durch und gibt mir die zum dritten Mal geprüften 42 Kuai zurück. Ich zähle nicht noch einmal, bin ja kein Kontrollfreak (hätte ich aber doch sein sollen) und stelle später fest, dass ich nur 20 Kuai zurückbekommen habe, der Stand und beide Frauen verschwunden – Ganoven!

Nach einer normalen Schulwoche, die ich nicht näher beschreibe – anstrengend sollte reichen und Spontanbegnungen in U-Bahnen und wahrscheinlich nur-mir-passierenden-hier-nicht-weiter-erläuterbaren Folgen (nichts schlimmes!) ging es gestern auf ein chinesisches Hardcore/Screamo/Metalkonzert. Es ging in einen sehr kleinen gemütlichen Club, mit einem gedreadlockten großen Chinesen als Einlassmenschen und Soundtechniker und die Bands “Double Control Where”, “Forget N Forgive” und der Headliner “The Raving Radio” (myspace.com/ravingradio) spielten auf. Was soll ich sagen? Ich fühlte mich wie zu Hause. 4 Euro Eintritt, ein Club der dem Johannstädter Bahnhof gleicht, echte Chinesen, die “richtige” Musik hören und man versteht sogar einzelne Ansagen, mal weil sie Englisch sind und mal weil man ein bisschen Chinesisch kann (”der letzte Song”, “vielen Dank” und “ihr seid toll, danke für die Unterstützung”), geht aber hochdeutsch sprechenden Hardcorefans, bei z.B. “Heaven Shall Burn” nicht anders und das liegt nicht daran, dass “HSB” eine Band aus dem Ausland ist. Chinesen “moshen” (typischer “Tanzstil”, der ein bisschen wie Kung-Fu mit herumschubsen und Kartoffelernten aussieht) auch nicht ganz so hart und häufig, wie ich das kenne – aber ich habe mir dennoch Freunde gemacht. Einer schubste mich ganz sanft und ist dann ganz schnell wieder zur Bar zurückgerannt, damit ich ihn nicht sehe – ist ein bisschen wie im Zoo, man steckt den Finger in den Giraffenkäfig, solange man diese blutrünstigen Geschöpfe noch nicht kennt und guckt dann ob die beißen, aber man zieht vorher raus. Niedlich! Und ein grandioser Abend in einer Randgruppe, die noch kleiner als die in Deutschland ist, bei viel größerer Landesfläche.

Ausstellungen gab es auch, z.B. die der Vereinten Nationen, nett anzusehen und war für uns kostenlos und wo bitte kann man sonst auf einer Ausstellung verkehrt eingeklebte Landesflaggen und Beschreibungen sehen? Na?
Danach sind wir in eine Aufführung einer Rentnerhochschule hineingelaufen und begaben uns in eine Fülle von Operngesang, dem Klang dieses tollen Zitterinstrumentes (aus “Hero”), Kostümen und einem nebensitzendem etwa 5 jährigen dicken Kindes, das mit seiner Klatschhand um Klatscher bettelte, die aber weder von uns, noch von Papa oder den umsitzenden älteren Leuten bekam, schade. Als Fazit ist zu sagen, die Chinesen sind im Alter unglaublich fit, kleiden sich immernoch gut und Gebrechen sieht man nicht und scheinbar wird lieber etwas neues gelernt, statt mit Elsbett und Lieselotte über die aktuellen Krankheiten zu philosophieren.

Soviel zu mir und bald gibt es mehr – vom Infiltrator der Kulturshows, Menschenbeobachter und Tanzteufel Björn.


Okt 10 2009

Unterricht an Samstagen, Versprecher und Ganoven

Tag: Allgemeinadmin @ 08:29

China steckt voller Überraschungen, so ist es immer wieder ein Glücksspiel, wenn man die zur Zeit sehr beliebten “Mooncakes” (kleine plätzchenförmige, mit Pasten gefüllte Leckereien) isst und dann aufgrund mangelnder Zeichenkenntnisse raten muss, was man denn da gegessen hat.
Ich habe meistens welche mit roter süßlicher Bohnenpaste erwischt – ist anfangs gewöhnungsbedürftig und wird ähnlich der “Panzerkekse” der Bundeswehr immer mehr im Mund, aber man gewöhnt sich daran und ich habe einen sehr leckeren mit Lotuskernfüllung gegessen und dann leider auch einen der leicht fleischig, süßlich geschmeckt hat und in dessen Packung, dann nach dem ersten Bissen kleine Krabbeltiere herumliefen – der lag wahrscheinlich zu lange in der Auslage – ausgespuckt, weggeschmissen und darüber gelacht.
Ich habe ja vor von dem Essen meiner Lehrerin zu erzählen, aber chronologischer wird es, wenn ich mit meinem kleinen Kung-Fu-Kumpel beginne, denn der ist ihr Sohn und etwa 5 oder 6 Jahre alt. Chinesen sind ja, wenn man älteren DDR-Biologiebüchern glauben mag, bekanntlich von kleinem Wuchs – halte ich aber für überholt, ich bin 1,78 m groß und werde hier mehr überragt als das ich herabschaue – physikalisch. Ich beginne erst mal mit einem anderen “kleineren” Kung-Fu-Kumpel, es begab sich vor 2 Wochen, dass wir in kleiner italienisch-kanadisch-deutscher Gruppe unterwegs waren und einen Spielzeugwarenladen verließen, wer mich kennt, der weiß das solche Läden bei mir zu großer Begeisterung führen können – auf die Nanjing Road laufend, wedelte ich irgendwelche Kung-Fu-Bewegungen mit meinen Armen zurecht und prompt wurden wir von einigen Chinesen angesprochen und es wurden ein paar Tips angenommen, gelacht und umstehende Leute wollten Blut, nein, Kämpfe sehen (nicht wirklich). Berfreit von einigen Zuschauern hatte ein Chinese (etwas kleiner) seine ersten nicht-chinesischen Freunde gewonnen und wir lernten Motivationssprüche aus bekannten Ratgebern “man kann alles schaffen, wenn man fest daran glaubt”, schauten zu, wie der 28 Jährige (sah aber älter aus) Zigaretten aus der Hand in seinen Mund schnippst und große ehrlich Freude schien sich in ihm breit zu machen. Der Kung-Fu Freund wich uns nicht von der Seite und begleitet uns auch in ein russisches Restaurant, in dem unsere italienischen Freunde essen wollten, dort spendierten wir ihm ein Bier und hinterrücks lieh er sich 20 Yuan (2 €) für Zigaretten bei Michel, soweit so gut. Nette Musik (nicht! – Chinesen die Popmusik vertonen), Laserlicht, russische Speisen (etwa 3 €) und der Rauch unseres Freundes machten uns dann müde und wir wollten uns auf den Heimweg begeben. Wir verabschiedeten uns vom Kung-Fu-Freund, doch der hing dann weiter an meiner Seite und bat mich dann mehrfach um 100 Yuan (für Rechenfaule 10 €), die ich auch garantiert morgen oder am nächsten Wochenende an der Stelle, an der wir ihn trafen wiederbekommen möge – so verlor ein scheinbar guter Freund seine Glaubhaftigkeit vor uns und irgendwie traurig, dass sein Drang nach Geld stärker als die “echte” Freude ist Menschen andere Kulturen kennenzulernen. Nicht lustig, aber eine wichtige Lektion.
Nun zum echten kleinen Kung-Fu-Kumpel, der mit der unglaublichen Niedlichkeitsaura eines chinesischen Kleinkindes, in den Ausspracheunterricht unserer Lehrerin mitgeschlendert kam. Der kleine “Tian Tian” ist ungefähr 5 oder vielleicht 6 Jahre alt und wurde als der Sohn vorgestellt. Am Anfang der Stunde sangen wir wieder – das völlig ideologiefreie Kinderlied “Ich liebe den Tian An Men”, mit so kostbaren Textstellen, wie “…dort wo die Sonne auf den Führer Mao seint…” und noch unsicher in Text und Melodie nahm uns das der kleine Tian Tian vorweg und sang am lautesten mit und vorraus. Er verteilte dann die “Mooncakes”, die seine Mutter für uns zum Verkosten für das anstehende Mondfestival eingekauft hat – und ja, die waren essbar, aber dem kleinen Tian Tian schmeckten sie am besten. Kurz vor der Pause durfte er auch noch einmal kurz mit seinem Holzschwert wirbeln und sein “Kung Fu” zeigen und in der Pause bot ich mich als sein Gegner an und der Schulhof gehörte uns – der große westliche Kämpfer gegen diesen kleinen süßen Chinesenkämpfer – niedlich und ich verlor natürlich, damit ich meine hart erarbeiteten chinesischen Kung-Fu-Sätze ausprobieren konnte (”Mein Kung Fu ist stärker als deins.”, “Mein Kung Fu ist einzigartig auf der Welt” und “Du musst noch viel lernen”), diesmal mit vertauschten Rollen (versteht sich). Das Spektakel wurde per Digicam festgehalten und ich wurde in der Pause von der Lehrerin zum Abendbrot des “Moonfestivals” eingeladen. Und bei chinesischem Essen – bin ich ja sowas von dabei!
Der Abend kam und ich fuhr mit 3 ihrer Studenten (im übrigen Chinesen – nicht von unserer Schule, sondern Literaturstudenten, Frau Wan ist Schriftstellerin) zu ihrem Haus. Es roch schon angenehm und Frau Wan und ihre Ayi (=Tante bzw. bedeutet Haushälterin) waren schon in Schürze und Montur am kochen, wir nahmen Platz und bekamen heißes Wasser gereicht (Chinesen trinken das gern) und halfen Bohnen sowie Knoblauch zu schälen. 3 Becher heißes Wasser später wurde aufgetischt – Hühnerfüße, verschiedenes in Streifen geschnittenes Gemüse, Algen, scharfes Gemüse, süß-saure Gurken, einen Fisch und als Kröhnung Krabben – gefesselt und gekocht. An Hühnerbeinen ist nicht allzuviel dran, aber als Knabberei ist es nett, wenn man auch sonst gern herumpult, abbeißt und saugt, alles andere war superlecker. Chinesisches Essen ist anders als Deutsches – alle Speisen befinden sich in der Mitte des Tisches und es wird mit den auf den Tellern befindlichen Essstäbchen in die eigene Schüssel geschaufelt und von dort wandert es (mit den eigenen Stäbchen) in den Mund, dabei darf ausgespuckt, geschlürft, geredet und gelacht werden – lustig und toll. Bei dem Essen und zerlegen des Krebses, brauchte ich aber Hilfe (bisher habe ich nur einen fritierten (im Ganzen) in den Yuyuan-Gärten verdrückt – mache ich auch bei Shrimps so, ich mag die unterschiedlichen Konsistenzen) – man befreit den Krebs von seinen Fesseln und bricht die Beine und Scheren ab, dann bricht man die Hülle auf und popelt alles essbare aus Scheren und Körper, tunkt dieses in eine Knoblauch-Sojasoßenmischung und genießt – megalecker!
Beim Essen kam es dann zu einigen witzigen Versprechern meinerseits, erst wurde ich gefragt wie lange ich in Shanghai studiere und ich versprach mich zu “noch 100 Jahre”, ist auch nicht ganz unwahr, denn ich würde wirklich gern für immer bleiben und dann kam man ganz schnell zum Thema “Adolf Hitler”, das tat ich mit “der war verrückt” ab und meinte ein neues Thema habe angefangen, dem war aber nicht so. Ich wurde gefragt ob ich “You Tai Ren” mag, ich dachte das sei vielleicht etwas zu Essen und nach all der Bestätigung und vielen Aufzählungen was ich alles in China mag, dachte ich, ich sag einmal das ich die oder das nicht mag. Die Augen am Tisch wurden größer und ich sollte bitte erklären, auch gern auf englisch warum ich keine “You Tai Ren” mag, da merkte ich, irgendwie laufe ich gerade auf dem Holzweg – ich bekundete nicht zu wissen was “You Tai Ren” sind und das Chinesisch-Englisch-Wörterbuch versprach Aufklärung “You Tai Ren” = “Jews” (Juden) Aha! Natürlich habe ich nichts gegen die und erzählte von meinem jüdisch geborenen kanadischen besten Kumpel und wies nochmal auf die mentale Verfassungs Hitlers hin und es wurde gelacht und die beiden Versprecher versanken in Gesprächen und dem Schmatzen und Schlürfen der Suppe.
Vor dem Nachtisch kam dann auch der kleine Tian Tian nach Hause und es wurde gekämpft und es gab Eismooncakes von “Häagen Dazs”, ich möchte nicht wissen, was die gekostet haben – der kleine Tian Tian ging dann in’s Bett und ich nach Hause.
Heute hatte ich Unterrich von 8 Uhr bis 12 Uhr und man nimmt uns dank der Festwoche ein großes Stück Wochenende, wie letze Woche Sonntag, in der Festwoche hatten wir Gäste aus Peking und wir besuchten in einem Tagestripp “Suzhou”. “Suzhou” ist klein, alt, chinesisch, mit Touristen überfüllt und voller Tempel und Gärten, wird gern als Venedig Chinas bezeichnet – ist es aber meines Erachtens nicht, dafür habe ich zu wenig Wasser gesehen. Der Löwengarten war toll und man konnte dort ordentlich auf Felsgesteinen herumklettern und mein Prachtfoto entstand (dieses werde ich nachreichen) und mit Tempel- und Gärtenkoller ging es wieder nach Hause.
Die Ganoven hebe ich mir für das nächste mal auf…

Bis Bald!
Euer Kung-Fu-Meister Björn!


Okt 05 2009

Hier und in China…

Tag: Allgemein, Ich und die Weltadmin @ 04:30

Im Moment haben wir, also Michel und meine Wenigkeit, zum zweiten Mal – deutschen Besuch, 2 Freundinnen, die in Peking studieren, nutzen die Gelegenheit der freien Tage uns zu besuchen und bis zum Mittwoch bei uns zu nächtigen.

Das ist auch eine Gelegenheit um viele tolle Sachen zu unternehmen – z.B. zum zweiten Mal beim leckersten Thai-Restaurant der Welt zu essen, richtig viel und richtig schmackhaft zum Preise von 5 Euro pro Nase – Wow! (auf meiner Lebens-To-Do-Liste wird jetzt unter Henkersmahlzeit: “Kokosnuss-Seafood-Thaisuppe mit Reis” angegeben)

Gestern genossen wir den wunderbaren Blick auf “den Bund” in Shanghai, mit millionen bunter Lichter und europäischen nett ausgeleuchteten Prachtbauten aus der Kolonialzeit oder so… Da wir, und auch der Rest Chinas, dank der 60-Jahre-VR-China-Feier noch frei haben, werden z.B. Straßen wie die Nanjing Road von Hundertschaften Polizisten von den “Watch-Bag-DVD-iPhone-Verkäufern” gesäubert und in Peking laufen Paraden im Fernsehen, unter blauem Himmel, die mich nur mit dem Glauben an Wetterkanonen friedlich in den Schlaf entlassen. Diese Paraden waren ein Schauspiel, die in den deutschen Medien bestimmt etwa so: “China begeht seinen 60. Jahrestag mit einer Militärparade” betitelt würden, aber diese Worte werden dem nicht gerecht. Panzer, Waffen, Flugzeuge in Formation – auf Millimeter exakt vor den Toren der verbotenen Stadt vorbeigondelnd (halt: die schwanken! – vorbeischwadronieren). Millionen Menschen, die menschliche LED-Lichter immitieren. Kostüme, polierte Militärfahrzeuge, die obersten des Regimes und der Normalbürger darf an den Tagen weder U-Bahn fahren noch auf ein paar Kilometer an das Happening heran. Diesmal ohne Livebearbeitung der Fernsehbilder, dafür garantiert mit Wetterbearbeitung im Vorfeld – unglaublich!

Jetzt gibt es erstmal noch ein wenig Shanghai-Altstadt-Sightseeing und beim nächsten Mal berichte ich von meinem Essen bei meiner Lehrerin und meinem dortigen “critical incident”, von dem dortigen Essen und meinem kleinen Kung-Fu-Kumpel…


Sep 29 2009

Von roten Stempelkissen und blauen Flecken…

Tag: Allgemeinadmin @ 10:42

Es gibt wieder einen Grund zu feiern, denn ich darf offiziell bis zum 31. Juli 2010 in China verweilen, wenn dann endlich noch die Bürokratiemühlen mir die Gunst des Auslandsbafögs erweisen, kann ich auch das Jahr sorgenfrei verbringen – denn es ist Ebbe im Portemonnaie. Geldspenden sind erwünscht.
Auf jeden Fall ist der Bürokratiekram Chinas vorerst erledigt – alles gehört bezahlt und mit rotem Stempel und Stern in der Mitte gekennzeichnet und unzählige Dokumente werden zwischen Hochschule, Polizei, Wohnung und Dokumentenstelle hin- und hergeschleppt.
Rot wird auch in der Schule kontrolliert und dank vieler Botengänge sanken auch erstmal die Prozentergebnisse von 98 % auf 80 % auf 70 % und im letzten Test auf 60 % – ich habe also noch eine Menge zu lernen – andere bescheißen, was heißt sie schreiben die Vokabeln vorher aus dem Buch (die werden auch in derselben Reihenfolge abgefragt) oder schreiben währrend des Tests von unter der Bank ab, da die Tests aber nicht in irgendwelche Bewertungen einfließen – hab ich lieber ein ehrliches Ergebnis, wenn ich nämlich will kann ich mich den ganzen Tag gerne selbst verarschen – aber jeder nach seiner Fasson. Mein Brief an die Eltern (in Chinesisch) wurde mit dem roten Satz “You are a good student, I like you very much.” verziert und ich kann diese Liebe nur zurückgeben (für die tägliche Dosis Englisch: “the love is mutual”).
Ich bin bei meiner Kouyu (Aussprache/mündliches Chinesisch) Lehrerin zu einer Feier zum 3. Oktober eingeladen und ich freue mich schon sehr darauf. zu dieser Ehre kam ich, weil sie ihren Sohn (vielleicht 5 Jahre alt) mit in die Schule nahm und ich in der Pause mit ihm herumalberte und wir unser Kung-Fu demonstrierten und weil ich natürlich immer gegen ihn verlor, trug ich einen schmerzenden Rücken davon – bekam aber einen Mooncake und eine Einladung, die Aufmerksamkeit des kompletten Schulhofes und eine Einladung zu einer traditionell chinesischen Festlichkeit. Danke!
Blaue Flecken bekommt man auch ab- und an in der U-Bahn. Es ist Tradition, dass man es nicht versteht, dass man erst aussteigen lässt und dann einsteigt, nur um dann auf die raren Sitzplätze zuzustürmen und wenn man es nicht mit eigenen Augen sehen würde, könnte man nicht glauben wie schnell über 50 Jährige sich bewegen können. Das Gerangel und eventuelle Zusammenstöße bleiben zu 98 % unkommentiert – in 2 % der Fälle, so z. B. heute morgen beschimpfen sich die Protagonisten lauthals (auch gern männlich und weiblich) um sich noch einmal ordentlich in der Bahn zu schubsen, was wiederrum von den Umstehenden unkommentiert und unbeachtet bleibt. Komisch!
Muskelkater habe ich noch von dem witzigen Laser-Real-Life-Counterstrike, dieser Veranstaltung wohnten wir (Michel, mein kanadischer bester Kumpel und meine Wenigkeit) mit einem bilingualen (englisch-chinesischen) Debatierclub bei. Es war schweißtreibend, total cheesy (Star Wars Musik, komische bunte Kleidung, Energierefresher (quasi: Leben aufladen) und Regeln wie: “…kein Kung-Fu und nicht Rennen…”) und witzig. Platz 2 für mich in der Gesamtwertung (ohne Kung-Fu) und mit dem Wunsch nach Wiederholung, aber bitte als Paintball, da spüre ich wenigstens die Treffer – man glaubt nicht wie wenig man ein Vibrieren und Quatschen der Weste in Dunkelheit und unter dem James-Bond-/Mission-Impossible- oder Star-Wars-Theme Gedudel wahrnimmt (auch wenn es bei mir nur 4 mal vibriert hat).
Bei einem Meeting des obengenannten bilingualen Toastmaster Clubs, wurde ich dann nach meiner “Antrittsrede” auch prompt zum Toastmaster des Abends gewählt und ich freue mich über die Ausszeichnung, die Freude und die interessanten Geschichten des Abends.
Shanghai darf sich bitte so weiterbewegen, mit seinen 14 Millionen Einwohnern und mir. Langweilig ist anders!


Sep 21 2009

Heute: China Fashion Trends

Tag: Allgemeinadmin @ 09:23

Wenn man in einem anderen Land lebt, kommt ja nicht umhin Menschen zu beobachten. Ich tue das ja schon in Deutschland sehr gern. Ich könnte Stunden an einem Kaffee in einem Cafe sitzen und Menschen beobachten – was diese tragen, tun und wie sie sich verhalten. In Deutschland macht mich das meistens wütend oder zwingt mich zum fremdschämen – dank all der Unfreundlichkeit und Engstirnigkeit und des komplexen Regelgeflechts – in China bringt es mich meist zum Schmunzeln.

Zum Warum: Jetzt darf jeder mal überlegen – wie oft sieht man in Deutschland jemandem im Pyjama im Supermarkt einkaufen? (am hellichten Tag) Wie oft steht jemand in Boxershorts und nur diesen in einer Telefonzelle und tut was man da tut – rumhampeln und witzig mit dem Hörer gestikulieren? Wieviele Männer krempeln in Deutschland ihr T-shirt über den Bauch hoch? (zwecks Temperaturausgleich – bei der Bundeswehr riet man uns den Hosenstall deshalb zu öffnen) Na? Wie oft? Genau!

Chinesen orientieren sich kleidungstechnisch scheinbar leicht östlich – also an den Japanern. Es ist legitim sich als männlicher Überdreißiger mit niedlichen Comicfiguren in Pastellfarben auf der Brust zu zeigen, auch trägt man gerne Strümpfe mit eingewebten Blümchenmuster in Sandalen. Pärchen mögen es, auch mit etwa 25 Jahren, im Partnerlook und demselben Glitzerteddy auf dem lila Shirt herumzulaufen. Männer tragen auch sehr gern pinke, fliederfarbene oder babyblaue Polos. Chinesinnen sind durchweg gut bzw. besser als der Gros der deutschen Frauen gekleidet – was da heißt: weiblicher, ohne viel Dekoltee (ist ja eh meist wenig vorhanden) und sommerlich – also Sommerkleider oder manchmal ein bisschen wie niedliche Mangafiguren.

Ein Kumpel aus Venezuela meinte in einem Hinduland (weiß nicht mehr welches) ist es üblich (unter Männern) sich nicht Händchenhaltend oder Umarmt (was hier öfters der Fall ist) zu bewegen sondern mit dem Finger um des anderen “Pinkies” (man darf raten!). Händchenhalten und Arm um die Schulter ist hier kein Zeichen für Schwule – sonder scheinbar normal – dafür sieht man sehr selten (aber man sieht sie) sich-küssende-Pärchen.

Soviel zum Thema Mode und dem was man so beobachtet – ich denke diese Woche werde ich noch ein bisschen was schreiben. Mit diesen Infos erstmal viel Spaß!


Sep 13 2009

Shanghai has me…

Tag: Allgemeinadmin @ 15:31

Morgen ist mein erster richtiger Schultag – ein Grund endlich mal die gesammelten Eindrücke auf das digitale Papier zu bringen. 3 Wochen Shanghai sind wahrscheinlich das Äquvalent zu 3 gerauchten Stangen Zigaretten – smogtechnisch gesehen – erlebnistechnisch bietet mir Shanghai dann einiges mehr als 24 Jahre in Deutschland.
Wir, das heißt mein Kumpel Michel und ich, sind jetzt seit 24. August im schönen Shanghai.

An einem smogreichen und über 30 Grad heißen Tag angekommen – stellte sich das Hirn erstmals auf chaotische Straßenverhältnisse und die regenbogenfarbene Geruchswelt (halt! ist im Regenbogen eigentlich auch Kackbraun?) ein. Verkehrsregeln sind de facto nicht existent. Zebrastreifen sind so hilfreich wie Kaugummikauen beim Lösen von Mathematikaufgaben und die Hupe der Autos bedeutet: “Achtung – hier komme ich!” und ansonsten gelten darwinistische Gesetze, heißt Lastwagen vor allen, dann Busse, dann Taxis, dann Autos, dann Motoräder, dann Mofas, dann Fahrradfahrer und dann Fußgänger – man gewöhnt sich aber daran. Am ersten Tag galt es eine chinesische Handykarte zu kaufen, eine Verkehrskarte und in das vom ehemaligen Lehrer empfohlene Hotel zu ziehen. Handykarten in China sind toll man bezahlt etwa 8 € bekommt 10 € Gesprächsguthaben und dann hat man noch jeden Monat 200 Freiminuten innerhalb Chinas – was mal wieder beweißt welche Frechheit die Mobilfunkpreise in Deutschland generell sind – Handys kosten im übrigen höchstens 200 € vertragsfrei. Die U-Bahn funktioniert mit besagter Karte, die man auch in Taxis und Bussen verwenden kann – man checkt an einer Haltestelle ein und bei der Endhaltestelle aus und die Fahrt kostet meist so 40 cent – tolle Erfindung – man braucht kein Personal und die deutschen Kontrollettisendungen verlieren ihren ohnehin nichtexistenten Sinn und die U-Bahnen sind erstaunlich sauber und riechen recht deutlich weniger ammoniakgeschwängert als manche deutschen Gegenstücke.
Zur Wohnungssuche stiegen wir in ein günstiges Hotel in der Innenstadt Shanghais ab – 14 € / Nacht im Doppelzimmer – grüner Tee für lau, üblicher deutscher 3 Sterne Standard und die, immernoch, sensationellste niedliche Freßbudenstraße nebenan und 5 Gehminuten zur Hauptschlagader Shanghais – der Nanjing Road. Es galt schon am ersten Abend die Grillspieße zu probieren und ein Shanghaier Bier zu trinken (traumhaft 610ml Flaschen für etwa 40-50 cent) weniger Umdrehungen als in heimischen Landen, aber sehr schmackhaft und passend zu nahezu jedem Essen.

Der erste Abend endete mit einem Kaffee (selten und teuer in chinesischen Landen – uncool) im Cafe des Hotels mit einem sensationellem Blick auf Pudong (das Finanzviertel Shanghais, mit der wunderhübschen Skyline). Quasi ganz viele Hochhäuser – ich schaue mich immernoch nicht daran satt und Baustellen und kleinen alten Häuschen mit einer Menge daran herumbaumelnder Klimaanlagen, Schlüpfern und zum Trocknen aufgehängter Wäsche und dem ein oder anderen freischwingenem Bauarbeiter oder ungesicherten Arbeiter auf dem Bambusgerüst eines 20 stöckigen Hochhauses.
Die ersten drei Tage waren von riesigen Fußtouren geprägt, nicht aus Geiz, nein, weil ich meine und Michel ist da auch meiner Meinung, dass man zu Fuß mehr wahrnimmt und die Gelegenheit hat auch die kleinen Wunderwerke der Umgebeung zu entlocken. Haben wir auch – nämlich den Blick vom Bund auf Pudong – bei einer kühlen Bierdose – den Blick in die Nanjing Road mit einem Ohrwurm, dessen Text etwa so geht: “Hey! You want a watch, DVD, iPhone?” klingt in den Ohren, manchmal noch um die Strophe: “Ladymassage. Beautiful” erweitert. Toll! Nächstes Highlight, noch auf derselben Straße – ein chinesisches McDonalds Substitut namens Wu Dan Yang, in welchem es Baozi (gedämpfte Teigtaschen mit Fleischfüllung, morgens manchmal süße Bohnenpastenfüllung) verkauft werden, auch empfehlenswet und für etwa 15 cent das Stück.

Auch toll – Tempel in Shanghai – irgendwo zwischen Baustellen und Hochhäusern sitzen Mönche (mit Mobiltelefonen) und liegen Buddhastatuen aus Jade herum, die angebetet gehören und auf kleine Geldstücke warten und Männlein und Weiblein Papiergeld und schöne Pappschachteln verbrennen – machen die so und ich hab mir auch ein bisschen Power und besseres Kung-Fu gewünscht und erfolgreich dem Drang widerstanden Jadetünnef und 3-beinige-Teegottfrösche-mit-Glückswarzen-auf-dem-Rücken käuflich zu erstehen.

Es gibt lustige Getränke z.B. eine Art Milchkaffe (kalt) mit schwarzen Murmeln (geschmacklos – ich glaube die macht man aus Mehl) aus einem dicken Strohalm gezogen fühlt sich das spaßig im Mund an – spaßig ist auch, wenn Michel (der nicht verwundert den Aufdruck einer Wasserflasche “Salt Soda Water” als “Saft Soda Water” liest) aus besagter Flasche trinkt und man Pflaumensaft kauft, der geschmacklich nur unweit von Barbecuesoße liegt.

Michel Einschreibung war schon eher als meine, also 2 Wochen eher und ich verbrachte die Vormittage allein im Park. Alten Menschen beim Rückwärtslaufen, Laufen-und-in-die-Hände-klatschen, TaiChi üben und gegen Bäume schlagen/klatschen oder an Kinderspielplatzgleichen Sportgeräten ertüchtigen zuschauen – ein Traum. Ich hab dann Wang Laoshi (Lehrer Wang) kennengelernt, der mir, mit seinen beiden Schülerinnen (die nur Shanghaidialekt sprechen) bereitwillig Formen des Schwertkampfes zeigte, die ich dann nachmachte und so schnell eine Menschentraube um den Laowei (alten Ausländer) sammelte, der dort Kung-Fu-Formen trainiert. An diesem Vormittag war ich endgültig in meiner Welt angekommen und ich fühlte mich zu 100 % zu Hause.
Übrigens laufen in Shanghai wirklich Leute in Schlafanzügen durch die Straße, kaufen ein oder telefonieren in Boxershorts in Telefonzellen, was echt witzig anzusehen ist, aber niemanden anhebt – mich auch nicht. Frauen sind defintitv mit mehr Geschmack für weibliche Kleidung gesegnet (ich bin für Sommerkleidpflicht) und allgmein mögen Chinesen scheinbar Markenaufdrücke (also je größer das Ralf Laurent Zeichen, desto teurer der Fake).
Nach etwa 7 Tagen fanden wir auch ein wunderhübsches Zuhause – eine 90m² Wohnung im 19.Stock quasi auf dem Expogelände, was noch einer riesigen Baustelle gleicht, aber bald eine der Adressen in Shanghai sein wird, mit Klimaanlagen, Studierzimmer, schöner Küche, Waschmaschine, Massagebadewanne, Dusche und allerlei Geschirr (heißt Essstäbchen) und mittlerweile Internet – Hammer und eigentlich über den bisherigen deutschen Verhältnissen, aber für das gleiche Geld. Müllentsorgung ist sehr interessant, man trennt nicht, schmeißt den Sack in den Gang oder in den dafür vorgesehenen Eimer (Flaschen evtl. daneben) und das Zeug verschwindet – it’s Magic!

In Shanghai haben wir schon eine Menge erlebt – Karaoke mit “alten” Studenten (die dann abgereist sind) und einem Chinesen, den Bau des Qingdao-Tower (die Karaokesepareekonkurrenz zu den Hochhäusern aus Bierdosen), die nachfolgende Party mit Chinesen in einem Separee, in das wir hineinwunken/winkten/gewinkt/wankten haben?!? Ein wagemutiger Gang in den 87.Stock des Grand Hyatt in Pudong mit wunderbarem Ausblick, Tempel, Straßenstände, Watches, DVDs, iPhones, witzige oder unsinnige englische T-Shirtaufdrucke (B&G z.B.).
Heute haben wir (6 Deutsche, 2 Moldavierinnen mit Kind, 1 Franzose und etwa 6 Chinesen) an einem Casting für einen Film bzw. einen Werbespot in den Randbezirken von Shanghai teilgenommen. Abenteurliche Fahrt, zwielichtige Hotelzimmer, wilde Taxifahrten und einen supercoolen neuen chinesischen Freund kennengelernt zu haben später – kann ich sagen, dass ich, eine deutsche Freundin, der Franzose und der supercoole Chinese genommen sind – mal schauen was das wird – ist wahrscheinlich sogar seriös, meinte der neue chinesische Kumpel. Ich bin gespannt und halte euch auf dem Laufendem, wenn ich dann mit Andy Lau, Tony Leung, Jackie Chan, Jet Li, Maggie Q, Suqi, Maggie Cheung oder sonstwem vor der Kamera stehe.
Morgen ist mein erster richtiger Schultag und ich bin gespannt, weil ich unerwartet gut im Test abgeschnitten habe, habe ich sogar etwas Überforderungsangst – aber mal schauen.
Diesen Blogartikel hätte ich gerne mit Bildern verschönert, aber chinesische Firewalls machen es mir nicht einfach und Wordpress stellt manche Buttons nicht dar, deshalb verlinke ich einfach mal als nette Additive – für die visuellen Typen und Typinnen, diese beiden StudiVZ-Fotoalben (sichtbar wahrscheinlich nur für MeinVZ und StudiVZ Mitglieder).

Michel’s Bilder (http://www.studivz.net/Photos/Album/4b77eaac36c4d610/a/5d7edd80b6208356)
und meine Bilder (http://www.studivz.net/Photos/Album/4212f70022334739/a/f48d5fec382d10eb)
(ja, auch der Linkeinbindebutton ist nicht da- sorry auch dafür)

Für das Nichtvorhandenseinen des Grafik-Einbinden-Buttons auf dieser Seite lasse ich mir noch etwas einfallen, oder mir können ja gern die Leser Vorschläge machen. Picasa? Flickr? Eine Lösung in Form eines Blog-plugins?

Ich wünsche allen eine tolle neue Woche!

Euer Aulandskorrespondent Björn


Sep 02 2009

Lebenszeichen!

Tag: Allgemein, Ich und die Welt, Wissen ist Machtadmin @ 04:14

Ich bin da – also in China, genauer gesagt: Shanghai. Es ist toll hier, seit ein paar Tagen haben wir eine eigene Wohnung unmittelbar auf dem zukünftigen Expogelände (noch ist es eine Baustelle – eigentlich ist halb Shanghai eine Baustelle). Bisher konnte ich nicht schreiben, da manche Wordpressblogs (unter anderem meiner) nicht von China aus erreichbar sind. Da ich heute post, bedeutet das, ich habe das Problem überwunden und nein, ich habe das nicht physikalisch getan, als sitze hier noch in der Wohnung in Shanghai. Es helfen die Programme: Vidali, Tor und Privoxy in Kombination, tolle Sache zum “anonym” surfen. Infos und Bilder folgen – Versprochen!


Aug 21 2009

Tschüssi!!!

Tag: Allgemein, Ich und die Weltadmin @ 10:55

So, heute nochmal letzte Party, dann geht es morgen nach Leipzig und Sonntag morgen in Begleitung (Yeah!) zum Flughafen nach Frankfurt Am Main, von dort aus geht es 11h über den großen Teich, äh, nach Shanghai. Neue Infos und Bilder gibt’s dann wenn ich heile in China bin und der Internetzugang funktioniert, tut er übrigens schon, bei denjenigen die heute gelandet sind. Ich wünsche allen etwas und bis bald!

BurnToBeAlive in China…


Aug 18 2009

pa.de-Review: Arsonists Get All The Girls – Portals

Tag: Allgemein, Music, Reviewadmin @ 18:59

Arsonists Get All The Girls – Portals

Label: Century Media
VÖ: 14.08.2009

Tracklist:
01. Interdimensionary
02. The 42nd Ego
03. My Cup’s Half Empty
04. Skiff For The Suits
05. In The Empyreans
06. Saturnine
07. Violence In Fluid – Triceratops
08. Portals
09. I Lost my Loss Of Ruin
10. To Playact In Static
11. Tea Time Tibbons

Spielzeit: 52:53 min.

“Arsonists Get All The Girls” (kurz: “AGATG”) klingen auf “Portals”, wie das Cover aussieht – wen das jetzt verwirrt, der lässt die Finger lieber gleich davon. Man könnte auch sagen “AGATG” klingen als würden die grünen Männchen aus “Mars Attacks!” Musik machen oder deren Favourite Deathcore Band. Im Gegensatz zu “The Game Of Life” und “Hits From The Bow”, die jeweils in etwa 3 sehr gute Songs aufwiesen und sich der Rest im Chaos oder den Strukturen verlor, ist “Portals” immernoch chaotisch, aber angenehmer und geradliniger. Ausnahmslos jedem Song kann man etwas abgewinnen. “AGATG” verzichten auf Gitarrenduelle wie in “Scorbra Vs. Cupcake Battle Of The Bulge” und auf groß angekündigte Breakdowns ala “Claiming Middle Age A Decade Early”. Die Keyboardeinstreuer sind häufiger und unterstützen das Gitarrengeschrammel und machen den Hörgenuss angenehmer oder anders: die Elektronikspielereien sorgen für Hooklines in den Songs. Man kann “Portals”, wie auch die letzte “WFAHM” Scheibe am Stück durchhören – was ein riesen Plus ist. Die Scheibe startet mit einem Elektronikintro und dann rockt “The 42nd Ego” gut und straight los, richtig an Stärke gewinnt “Portals” ab dem fünften Track “In The Empyreans”, der sich in einer Misery Signals Gitarrenmelodie ergießt – bester Song – des Albums – der Band. Überhaupt steigt die Qualität noch einmal in der zweiten Hälfte des Albums: “Saturnine” ist ähnlich wie “The 42nd Ego” ein starker Track, mit den typischen Trademarks und mit “Violence In Fluids – Triceratops” wird es rockig, eingängig und im Mittelteil darf sich die Gitarre und das Keyboard auslassen, um dann ein paar Crewshouts loszulassen – sehr schlüssig. “Portals” (der Titeltrack) ist dann ein Album in Songform und in dessen Mittelteil bekomme ich einen “Ohrgasmus”, der sich gegen Ende nochmal wiederholt – episch! “I Lost My Loss In Ruin” explodiert in einem Jazz-/Zirkus-/Klavierstück, “To Playact In Static” endet in der Westernbar und “Tea Tim Tibbons” breakdownt herunter und im Hiddentrack macht man mit Gollum Quatsch. Bisher beste Scheibe von “AGATG”!

09 / 10 Punkten

Disko:
2009 – Portals
2007 – The Game Of Life
2006 – Hits From The Bow

Internet: http://www.myspace.com/agatg

CD im Partyaufall.de Shop


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